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Teil 2: Burnout vorbeugen

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Wie bereits am Freitag publiziert, wurde das Burnout-Syndrom vom amerikanischen Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger erstmals in den siebziger Jahren beobachtet. Damals waren vor allem Personen betroffen, die in so genannten Helferberufen arbeiteten. Er beschreibt die Phasen des Burnout’s als einen Zyklus. Die Stadien treten nicht immer genau in der gezeigten Reihenfolge auf, sie kennzeichnen aber häufig vorkommende Schritte. Häufiger Einstiegsfaktor in den Burnout-Zyklus ist übertriebener Ehrgeiz.
Die Symptome von Burnout lassen sich grundsätzlich wie folgt klassifizieren:
1. Warnsymptome der Anfangsphase
• Verstärkter Einsatz
• Erschöpfung (chronische Müdigkeit, Energiemangel)
2. Reduziertes Engagement
• Für die Arbeit (Pünktlichkeit, Termine einhalten, «innere Kündigung»)
• Für andere (soziale Kontakte, Partnerschaft)
3. Emotionale Reaktionen
• Aggression (Ungeduld, Launenhaftigkeit)
• Depression (Schuldgefühle, Selbstmitleid)
4. Abbau
• Geistige Leistungsfähigkeit
• Motivation
• Kreativität
5. Rückzug
• Gleichgültigkeit (emotionale Ebene)
• Einsamkeit (soziale Ebene)
• Desinteresse (geistige Ebene)
6. Psychosomatische Reaktionen
• Schlafstörungen, sexuelle Probleme, Krankheitsanfälligkeit, Suchtverhalten, Muskelverspannungen
7. Erschöpfung
• Hoffnungslosigkeit, Selbstmordgedanken, existentielle Verzweiflung
Die Folgen sind und bleiben die Gleichen. Die Freizeitbeschäftigungen werden vernachlässigt, der Alkohol-und Zigarettenkonsum nimmt zu auch Beruhigungsmittelkonsum steigt. Zudem entwickeln viele Betroffene ein gestörtes Essverhalten. Weiter sind auch Ehe-und Familienprobleme nicht selten. Zu guter Letzt kann auch ein häufiger Arbeitsplatzwechsel darauf hindeuten.
Doch wie kann ein Unternehmen seine Mitarbeitenden vor einem Burnout schützen? In dem man organisatorische und institutionelle Strategien zur Recht legt:
• Aufgabenvielfalt
• Freiräume zur individuellen Gestaltung schaffen
• Ausreichende personelle Besetzung
• Optimale Abstimmung der Leistungsbereiche (klar definierte Arbeitsaufgaben und Rollen)
• Flexible Arbeitszeit
• Laufbahnentwicklung
• Aus-/Weiterbildung
• Supervisionen, Balint-Gruppen
Auch der Mitarbeitende kann sich persönlich präventiv stärken:
• Gleichgewicht zwischen Arbeit und Entspannung
• Umsichtige Planung, Zeitdruck abbauen
• Ansprüche an sich und andere überdenken
• Situationen vermeiden, die einem nicht gut tun
• Lernen «Nein» zu sagen
• Zeit nehmen für andere Aktivitäten
• Entspannungsmethoden (Yoga, autogenes Training); Auf Regelmässigkeit achten!
Ob Stressfaktoren krank machen, hängt davon ab wie intensiv (Dauer) sie sind, wie diese bewertet werden und wie es ihnen möglich ist diese zu bewältigen. Am besten lässt man sich einfach nicht aus der Ruhe bringen.

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