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Riskante Helfer: Schlaf- und Beruhigungsmittel

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Wer kennt diesen Warnhinweis der Hersteller nicht: «Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker». Vielen Konsumenten ist jedoch nicht bewusst, dass bestimmte Medikamente abhängig machen können. Mehr als drei Prozent der Bevölkerung nehmen täglich oder fast täglich Schlaf- oder Beruhigungsmittel ein – und dies oft über einen längeren Zeitraum. Vor allem ältere Menschen und Frauen sind davon betroffen.

Benzodiazepine – im Volksmund als Beruhigungs- und Schlafmittel bekannt – sind pharmazeutische Wirkstoffe mit angstlösenden, beruhigenden und schlaffördernden Eigenschaften. Sie gehören zu den am häufigsten verschriebenen Psychopharmaka.

Schlaf- und Beruhigungsmittel können schnell ihre medizinische Funktion verlieren und zu Drogen werden. Studien belegen, dass ein langanhaltender Gebrauch von Benzodiazepinen zu einer physischen Abhängigkeit führt und mit verschiedenen Risiken wie beispielsweise der Verlust des Erinnerungsvermögens verbunden ist.

Mediziner empfehlen für die Verschreibung von Benzodiazepinen die 4-K Regel:

Klare Indikation

Kleine Dosis

Kurze Anwendungsdauer (2-4 Wochen)

Kein abruptes Absetzen

Das Absetzen psychoaktiver Medikamente wird im Allgemeinen unterschätzt. Wissenschaftler vermuten, dass der Versuch auf Benzodiazepine zu verzichten, oft zu spät erfolgt. Das Ende einer Therapie müsse frühzeitig vorbereitet werden. Benzodiazepine sollten wegen ihres Suchtpotenzials und ihrer Nebenwirkungen nur kurz eingenommen werden – die Praxis sieht aber anders aus.

Deshalb wird geraten Schlafmittel schrittweise abzusetzen. Am besten die Dosis währen zehn Wochen langsam reduzieren und sich vom Arzt des Vertrauens überwachen lassen.

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