Der Artikel betrifft die ausschliesslich Spitalzusatzversicherungen

Kampf um tiefere Tarife und für günstigere Prämien

Hinter den Kulissen der Gesundheitsbranche ist ein Kampf um tiefere Prämien im Gange. Davon betroffen sind im Moment auch die Regionalspitäler der Spitalregion 2–4 des Kantons St. Gallen auf der einen und die Rheintaler Krankenkasse rhenusana auf der anderen Seite. Die rhenusana akzeptiert die überrissenen Tarife für Zusatzversicherte nicht mehr länger. Wir haben den Spitälern im Rahmen der Tarifverhandlungen ein faires Angebot unterbreitet, welches auf den durchschnittlichen Schweizer Tarifen basiert. Das Angebot wurde leider abgelehnt. Aus diesem Grunde herrscht zwischen der rhenusana und den St. Galler Spitälern der Regionen 2-4 derzeit und vorübergehend ein vertragsloser Zustand. Andere Spitalverträge – wie beispielsweise mit dem Kantonsspital St. Gallen – laufen hingegen normal weiter.

Medizinische Leistungen sind jederzeit gedeckt

Es geht hier – wohlverstanden – nur um die Spitalzusatzversicherungen für private und halbprivate Versicherte. Medizinische Leistungen sind immer über die Fallpauschale aus der obligatorischen Grundversicherung gedeckt. Strittig sind lediglich die Tarife für Zusatzleistungen wie Hotellerieangebot im Spital, freie Arztwahl usw.

Die rhenusana wie auch andere Krankenkassen stehen unter Druck der Finma, welche dem teuren Treiben ein Ende setzen will. Zusatzversicherungen sollen nicht länger als Selbstbedienungsladen für Spitäler und Ärzte dienen. Die Leistungen müssen transparent und nachvollziehbar verrechnet werden, verlangt die Finma.

Die nachfolgenden Artikel zeigen, dass das Thema schweizweit brennt und eine Lösung dringend notwendig ist. Nur so können die Prämien für die Zusatzversicherungen auf einem tragbaren Niveau gehalten werden.


18. November 2021

Neue Zürcher Zeitung

Krankenversicherer müssen genauer hinsehen

Spitäler und Ärzte haben bei Patienten mit Halbprivat- oder Privat-Versicherungen zu hohe Preise abgerechnet. Die Finanzmarktaufsicht kritisiert, dass deren Rechnungen «häufig intransparent» seien. Der Preisüberwacher spricht von «wohl flächendeckend überhöhten Preisen» bei Halbprivat- und Privatversicherungen. In Stichproben hätten rund 40 Ärztinnen und Ärzte Honorare über die Zusatzversicherung bei einem Patienten geltend gemacht – und das ohne Begründung. Letztlich werden die ungerechtfertigt hohen Ausgaben über höhere Prämien an die Versicherten weitergegeben worden.


25. Oktober 2021

cash.ch

Horrende Preisunterschiede

Auch cash.ch berichtet von horrenden Tarifunterschieden. Beispielsweise zu jener Hüftoperation, für die 12‘645 statt 6‘039 verrechnet wurde.

Was der Artikel schön beschreibt: Operation, Spitalaufenthalt, Operateur, Anästhesie, Implantat – all diese Leistungen werden durch die obligatorische Grundversicherung bezahlt. Die angeprangerten Mehrverrechnungen für Zusatzversicherte von mehreren Tausend Franken kommen noch obendrauf. 

(siehe weitere Details unter 19. Oktober, weiter unten)

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24. Oktober 2021

NZZ am Sonntag

Das profitable Geschäft mit der Zusatzversicherung bröckelt

Auch die NZZ am Sonntag geht auf den Preisvergleich des Preisüberwachers (siehe 19. Oktober) ein. Die Mehrkosten für Zusatzversicherte seien für den Preisüberwacher «stark erklärungsbedürftig», für einen Gesundheitsökonomen handle es sich schlicht um die «Ausbeutung der Zusatzversicherten».

Die Spitäler bräuchten die Gewinne aus den Zusatzversicherungen, weil die Grundversicherung für sie nicht kostendeckend sei. Fallen diese Zusatzgewinne weg, müssten logischerweise die Preise der Leistungen aus der Grundversicherung steigen, wobei hier die Meinungen allerdings stark auseinandergehen. Wenn nun das Geschäfts mit den Zusatzversicherungen wegbreche, könne rund ein Viertel der Schweizer Spitäler in Liquidationsschwierigkeiten geraten. Ob die öffentliche Hand die bestehenden Strukturen schützen wolle, sei ein politischer Entscheid.


20. Oktober 2021

Tages-Anzeiger

Preisüberwacher stellt fest, dass das System «ausgenutzt» wird

Auch der Tagi geht auf den ersten nationalen Kostenvergleich des eidgenössischen Preisüberwachers ein (siehe 19. Oktober, unten). Exorbitante Zusatzleistungen sind in Schweizer Spitälern und Kliniken weitverbreitet. Viele Spitäler und Ärzte nützen das System aus. Der Tagi spricht von dubiosen Praktiken. Laut Stiftung für Konsumentenschutz grenzen mehrere Beispiele an Betrug.

Verschiedene Beispiele (PDF, Seite 3) beleuchten die Vorgänge. Für zwei Hüftprotesen wurden 13‘800 über die obligatorische Grundversicherung abgerechnet. In diesem Preis sind sämtliche medizinischen Leistungen und die Basiskosten des Spitalaufenthalts inbegriffen. Zusätzlich wurden fast 14‘500 Franken für zusätzliche Leistungen der Zusatzversicherung (freie Arztwahl, bessere Hotellerieleistung) verrechnet. Ein weiteres Beispiel zeige, dass bei einem einzigen Patienten bis zu 40 Ärztinnen und Ärzte Honorare über die Zusatzversicherung abgerechnet hätten.


19. Oktober 2021

Blick

Preisüberwacher prangert Abzocke an

Die Finanzmarktaufsicht Finma hat das Problem bereits festgestellt, jetzt zieht der Preisüberwacher Stefan Meierhans nach: Er legt offen, wie Ärzte und Spitäler überhöhte Zusatzkosten abrechnen.

Der Preisüberwacher habe «starke Hinweise», dass Spitäler zu viel kassieren für Leistungen, die sie bei Zusatzversicherten erbringen. Die Tarife überstiegen die von den Spitälern ausgewiesenen Kosten klar. Das schaffe Anreize, bei zusatzversicherten Personen Patienten medizinische Behandlungen auch dann durchzuführen, wenn keine zwingende medizinische Indikation bestehe. Spitäler machen Untersuchungen, die nicht nötig seien und verschreiben Medikamente, die es nicht braucht. Das führe flächendeckend zu überhöhten Krankenkassentarifen für Zusatzversicherte.

Der Vergleich des Preisüberwachers ist der erste seiner Art. Im Vorfeld der Publikation haben offenbar einige Spital-Anwälte versucht, gewisse Aspekte der Studie zurückzuhalten, wie die Zeitungen von «Tamedia» berichten.

Der Preisüberwacher empfiehlt, «umgehend» den gesetzlichen Rahmen anzupassen, «um die Tarife flächendeckend auf ein vernünftiges Mass zurückzuführen.» Auch der Konsumentenschutz fordert, dass die kantonalen Gesundheitsdirektoren und das BAG jetzt durchgreifen und spricht dabei von «Fantasiekosten», welche Spitäler über die Zusatzversicherungen abrechnen.

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2. September 2021

Tagblatt, Der Rheintaler, diverse Medien Schweiz

«Unverständliche Preisunterschiede»

Diese Medienmitteilung des Bundesamtes für Gesundheit löste ein breites Medienecho aus. Das Wachstum der Gesundheitskosten bereitet Bevölkerung und Politik grosse Sorge. Nun hat die Eidgenössische Finanzkontrolle EFK aufgedeckt, dass beispielsweise der gleiche Stent (Wahleingriff bei verengten Herzkranzgefässen) mal 1‘200, mal 3‘500 Franken kostet. 

Die EFK deckte Anreize auf, die zu unnötigen Operationen führen. Gerade Materialkosten seien für die obersten Inspektoren des Bundes mitunter «völlig undurchsichtig». So einiges, was die Krankenkassen vergüten müssen, lasse sich medizinisch nur schwer begründen. In ihrem Prüfbericht nennt die EFK fragwürdige Praktiken. Die Liste der Fehlanreize sei lang. Konkret hat die EFK herausgefunden, dass die Vergütung für eine Prostataentfernung bei einem Privatpatienten viermal höher ist. 

Es gebe gewisse Anreize, «grundversicherte Patienten ambulant und privatversicherte stationär zu behandeln». Gewisse Mengenausweitungen dienten nicht dem Patientenwohl. Der EFK erscheint dies «völlig undurchsichtig». Die Spitäler hätte erst gar keinen Grund, gute Preise auszuhandeln, «da sie den Kaufpreis an die Krankenversicherung weitergeben können». 

Bei den Krankenversicherungen treiben solche überhöhten Rechnungen die Prämien nach oben, was wiederum von den Versicherten zu bezahlen ist.

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18. August 2021

nzz.ch

Wie der Staat den Wettbewerb aushebelt

Statt Wettbewerb zuzulassen, wird im Gesundheitswesen die Regulierungsschraube ständig angezogen. Beim grössten Kostenblock im Gesundheitswesen, den Spitälern, ziehen die Kantone die Fäden. Öffentliche Krankenhäuser haben einen Marktanteil von 80%. Oft gehen hochkonzentrierte Märkte mit ineffizienten Abläufen, überhöhten Preisen und einem Mangel an Innovation einher, heisst es im NZZ-Artikel.

Die Kantone haben dabei mehrere Hüte auf, was zu Interessenskonflikten führt. Sie sind Besitzer der Spitäler, Schiedsrichter bei Uneinigkeit zwischen Spital und Krankenversicherer sowie Gebieter über die Spitallisten. Klar, dass deshalb jedes öffentliche Spital auf der Spitalliste figuriert, im Gegensatz zu privaten Spitälern. Gemäss einer Studie flossen 2018 insgesamt 2,5 Mrd. Franken von den Kantonen an die Spitäler für «gemeinwirtschaftliche Leistungen», aber auch in Form überhöhter Tarife und subventionierter Investitionen. Pro Fall waren dies immerhin 2000 Franken. Von diesen Geldern gingen 4% an private, hingegen 96% an öffentliche und vom Kanton kontrollierte Krankenhäuser, was zu einer Verzerrung des Wettbewerbs führt. Nötig wäre, die Aufgabe der Kantone auf die Aufsicht zu beschränken.

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27. Juli 2021

rhenusana

Vertrag mit dem Kantonsspital St.Gallen steht

Die Verhandlungen mit dem Kantonsspital St. Gallen führten zu einer Einigung. Damit hat der vertragslose Zustand mit diesem wichtigen Partner ab dem heutigen Datum ein Ende. 

Die Verhandlungen mit den Spitalregionen 2 – 4 des Kantons St. Gallen laufen weiter. Mit diesen Spitälern gilt vorderhand weiterhin ein vertragsloser Zustand.


15. Juli 2021

medinside.ch

Deshalb ist das Spital Wallis auf der «Schwarzen Liste»

Das Spital Wallis ist auf der Schwarzen Liste der Helsana gelandet. Auf der «Liste der Spitäler und Belegärzte ohne Kostendeckung» für Spitalzusatzversicherungen figurieren jene Spitäler, mit denen man sich wegen zu hoher Tarife nicht einigen konnte. Das Spital Wallis wollte ganz auf einen Vertrag verzichten, weil die Fakturierung viel einfacher sei. Die Gespräche würden fortgesetzt, um eine gemeinsame Basis zu finden, damit der vertragslose Zustand beendet werden könne. 

Hintergrund der Auseinandersetzung der beiden grossen Player ist ebenfalls der verstärkte Druck der Finma, welche transparente Verträge fordert, aus denen klar hervorgeht, wie sich der Mehrwert einer Halbprivat- oder Privatversicherung rechtfertigt.

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11. Juli 2021

NZZ am Sonntag

Kampf gegen verbotene Vertragsmodelle

Rabatte und Rückzahlungen von Lieferanten gehören grundsätzlich den Prämienzahlern und dürfen nicht in die Taschen von Ärzten oder Spitäler fliessen. Gemäss einer CSS-Sprecherin häufen sich Hinweise auf nicht deklarierte Retrozessionen, sogenannte Kickback-Zahlungen. Verschiedene Krankenversicherer wollen sich verstärkt dem Thema annehmen und für eine korrekte Rückerstattung der Rabatte sorgen.


25. Mai 2021

konsumentenschutz.ch

Konsumentenschutz reicht Strafanzeige ein

Nun schaltet sich auch der Konsumentenschutz ein und prangert an, dass Spitäler den Krankenzusatzversicherungen oft systematisch zu hohe, intransparente oder ungerechtfertigte Rechnungen ausstellen. Der Artikel des Konsumentenschutzes bezeichnet die Unregelmässigkeiten als haarsträubend. Nach weiteren Abklärungen ist der Konsumentenschutz überzeugt, dass eine Strafuntersuchung notwendig ist. Er hat deshalb eine Strafanzeige bei der Bundesanwaltschaft eingereicht. Im Visier hat die Organisation auch die involvierten Krankenversicherungen, welche solch ungerechtfertigte Rechnungen trotzdem bezahlen.

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25. April 2021

NZZ am Sonntag

Rätselhafte Verluste der Spitäler

Die Schweizer Spitäler melden für 2020 wegen Covid-19 Defizite in Millionenhöhe. Allein der Spitalverbund St.Gallen meldet einen Verlust von 70 Mio. Franken. Derweil wundern sich die Krankenkassen, denn ein Aufschrei in der Öffentlichkeit bleibt aus. 

Die Krankenkassen berechnen, dass sie gleich viel Geld wie im Vorjahr überwiesen haben und zweifeln die Pandemie als Ursache für die hohen Defizite an. Wenn gleich viel Geld überwiesen wurde, kann es nicht zu einem Ertragseinbruch gekommen sein. Vielmehr spielen betriebswirtschaftliche Aspekte eine Rolle. Sie sehen deshalb nur einen indirekten Zusammenhang zwischen den Verlusten der Spitäler und Corona.

Die Krankenkassen wehren sich gegen die Ansprüche der Spitäler, dass jetzt deren Reserven angezapft werden sollen, um die Defizite zu decken. Es darf nicht sein, dass die Versicherten für die Pandemie aufkommen müssten, heisst es im Artikel der NZZ am Sonntag. 

Tendenziell wird in den kommenden Monaten von steigenden Gesundheitskosten ausgegangen, weil verschobene Operationen nachgeholt werden. Ebenso sei im Nachgang zu Pandemie in der Psychiatrie mit höheren Kosten zu rechnen.

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16. April 2021

St.Galler Tagblatt

Spital Walenstadt soll Besitzer wechseln

Ein Grossteil der Sarganser Gemeindepräsidenten möchte das Spital Walenstadt kaufen und mit dem Kantonsspital Graubünden einen Pachtvertrag abschliessen. Damit soll ein langfristiger Betrieb sichergestellt werden. In drei Phasen wird bis Ende 2022 geklärt, ob und wie das Spital Walenstadt aus der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland an eine neue Trägerschaft übergeben werden kann. Es gehe nicht nur um die medizinische Versorgung, sondern auch um viele Arbeitsplätze. Das letzte Wort werden die Bürgerinnen und Bürger der acht interessierten Gemeinden haben, wobei die Kosten und der Verteilschlüssel derzeit noch unbekannt sind.

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28. März 2021

medinside.ch

Die Zusatzversicherung im Visier der Politik

Nach dem Preisüberwacher und der Finanzmarktaufsicht nehmen nun auch eine Nationalrätin und zwei Nationalräte die intransparenten Spitalkostenzusatzversicherungen ins Visier. Der Bundesrat blieb auf die drei Fragen in der Fragerunde vorerst unverbindlich. Gegenüber den Leistungserbringern (Ärzte und Spitäler) seien die Kantone zuständig. Ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliege, müsse in jedem Einezlfall abgeklärt werden.
Nach Finma und Preisüberwacher wurde nun auch Bundesberg hellhörig, dass mit dem Geschäft der Spitalzusatzversicherungen einiges im Argen liegt. Doch habe die Finma gegenüber den Spitälern keine Handhabe. Man könne höchstens hoffen, dass die Krankenversicherer ihre Unterschrift verweigern – was die rhensuana gegenüber gewissen Spitälern mit zu hohen Tarifen gemacht hat.
Medinside geht davon aus, dass bei diesem Thema eine Flutwelle auf Spitäler und Krankenkassen, letztlich aber auch auf die Versicherten zukommt. Die Tarife dürften unter Druck kommen und die Versicherten werden teurere Prämien kaum noch akzeptieren. 

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23. März 2021

Endlich wird das Thema auch von lokalen Medien aufgegriffen

Bericht zur vertragslosen Situation im «Rheintaler»

Aufgrund einer Medienmitteilung der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland SR RWS hat sich «Der Rheintaler» des Themas angenommen. In einem gut recherchierten Artikel geht Seraina Hess auf die ärgerliche Situation für die Versicherten mit einer Spitalzusatzversicherung ein. 
Die Tarife der Spitalregionen 2–4 sowie des Kantonsspitals sind im Vergleich zu anderen, gleichwertigen Spitälern (beispielsweise Kantonsspital in Chur) viel zu teuer. Das ist unfair für die Versicherten und ungerecht für die Krankenversicherungen. Die rhenusana wehrt sich entschieden gegen solch überrissene Tarife und ist nicht mehr länger bereit, überrissene Forderungen zu bezahlen.

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21. Januar 2021

RVK schaltet sich in die Finma-Anforderungen an die Spitäler ein

Nicht alle Spitäler werden Finma-Forderungen erfüllen

Die RVK ist das Dienstleistungszentrum für Risiko- und Leistungsmanagement für verschiedene Krankenversicherungen, unter anderem für die rhenusana. Das RVK-Zentrum beschäftigt sich schon länger mit dem Thema Leistungserbringung und wurde auch zu Kontrollen beigezogen. Das Ausmass, die Reichweite und die Dringlichkeit haben sie dabei selber überrascht, wie die RVK im Brief vom 21. Januar an die rhenusana schreibt. 

Die RVK schlägt acht Sofortmassnahmen vor, um die Forderungen der Finma (siehe unten, 17. Dez. 2020) umzusetzen. Unter anderem seien Mehrleistungen im halbprivaten und privaten Bereich gegenüber der allgemeinen Abteilung stets auszuweisen. Die RVK geht davon aus, dass es für die Krankenversicherer nicht zu vermeiden sei, in einen vertragslosen Zustand mit gewissen Spitälern zu geraten, da nicht alle bereit seien, Finma-konforme Verträge abzuschliessen. Sie empfiehlt den Krankenkassen als Risikoträger, sich vor überhöhten und intransparenten Forderungen der Leistungserbringer zu schützen.

Trotz der klaren Sachlage bedauert es die rhenusana ausserordentlich, dass einzelne Versicherte während des vertragslosen Zustands mit dem Kantonsspital St.Gallen und den Spitälern der Spitalregion 2 bis 4 unter Umständen nicht in den Genuss der vollen Leistungen kommen. Zur Abfederung hat die rhenusana eine Reihe von Massnahmen zur Unterstützung der Versicherten während der vorübergehend vertragslosen Zeit vorbereitet.


23. Dezember 2020

Neue Zürcher Zeitung

«Instransparenz und zu hohe Kosten bei Krankenzusatzversicherungen»

Die Finma ruft Spitäler, Ärzte und Krankenkassen zur Disziplin auf und fordert konziser gefasste Tarifverträge ein. Dies ist ein Grund, warum Krankenversicherungen (wie die rhenusana) bei den Leistungserbringern genauer hinschauen. Die CSS bestätigt, dass sie rund 70% sämtlicher Verträge mit Leistungserbringern im Bereich der Spitalzusatzversicherungen gekündigt hat und nun neue Verträge mit faireren Tarifen aushandeln will. Wo kein Vertrag zustande kommt, werden auch den CSS-Kunden Alternativen für Spitalbehandlungen aufgezeigt.

Auch die rhenusana steckt mitten in den Vertragsverhandlungen mit dem Kantonsspital St.Gallen und den Spitalregionen 2–4. Kommt bis zum Jahresende keine Einigung zustande, droht mit diesen Anbietern ein vertragsloser Zustand.

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17. Dezember 2020

Die rhenusana erhält Post von der Finma

Die Finma setzt Druck auf

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma ist nicht mehr bereit, die intransparenten Tarifverträge zwischen Krankenversicherern und gewissen Spitälern zu akzeptieren. Sie verlangt von der rhenusana – wie auch von andern Krankenkassen – ultimativ transparente und nachvollziehbare Abrechnungen für Spitalzusatzversicherungen. Weil Spitalaufenthalt, Behandlungen und Medikamente in jedem Fall über die Grundversicherung gedeckt sind, dürfen den Halbprivat- und Privatversicherten nur nachvollziehbare und ausgewiesene Zusatzleistungen belastet werden. 

Insbesondere werden die Versicherer aufgefordert, zu kontrollieren und durchzusetzen, dass es keine Doppelverrechnungen mehr gibt, dass also die gleiche Leistung nicht über die Grundversicherung sowie ein zweites Mal über die Zusatzversicherung verrechnet werden. Die Vergütung von Mehrleistungen für die Zusatzversicherung seien klar auszuweisen. Die Honorarforderungen von Spitälern und Ärzten, welche im Quervergleich unbegründet hoch ausfallen, werden als Missstand bezeichnet, den es zu beheben gilt.

Die Finma hat in ihren Stichproben festgestellt, dass beispielsweise einfache Hüftoperationen über die Grundversicherung mit einer Fallpauschale von 16‘000 Franken gedeckt sind. Je nach Spital werden für Zusatzversicherte zusätzlich zwischen 1‘500 und 25‘000 Franken in Rechnung gestellt. Den Versicherten bleibt diese Verrechnung meist verborgen. Entweder erhalten sie gar keine Abrechnung, oder diese ist so intransparent, dass sie die Mehrkosten nicht nachvollziehen können, schreibt die Finma begleitend in ihrer Medienmittelung.

Bei der rhenusana rennt die Finma offene Türen ein. Die Rheintaler Krankenkasse wehrt sich vehement gegen die überrissenen Tarife des Kantonsspitals St.Gallen und der Spitäler der Spitalregion 2 bis 4 im Kanton St.Gallen. Überrissene Tarife bedeuten unnötige Zusatzkosten und damit für die Versicherten unnötig hohe Prämien. Dagegen wehren wir uns mit allen Mitteln.


5. Dezember 2020

Medinside

«Krankenkassen erhalten unangenehmen Besuch von der Finma»

Die Eidgenössische Finanzaufsichtsbehörde Finma kritisiert, dass in vielen Leistungsabrechnungen von Ärzten und Spitälern nicht ersichtlich ist, welche Mehrleistungen in der Zusatzversicherung zusätzlich in Rechnung gestellt werden. So zeigt ein Kostenvergleich des Portals Medinside, dass bei einem Halbprivatpatienten das Kantonsspital St.Gallen für die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks mehr als das Doppelte verlangt als die Kantonsspitäler Graubünden und Zug. Auch die Regionalspitäler im Kanton St.Gallen verlangen für diesen Routineeingriff mehr als die Kantonsspitäler in Schaffhausen, Luzern, Chur und Zug.

Die Finma erwartet, dass Produkte der Krankenzusatzversicherung künftig einen klaren Mehrnutzen gegenüber der Grundversicherung aufweisen, der auch preislich nachvollzogen und verglichen werden kann. Prämienzahlende sollen einen fairen Preis für echte Mehrleistungen zahlen, mehr nicht. Die Krankenkassen müssten dies sicherstellen und die Finma wird sie dabei überwachen.

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5. Dezember 2020

NZZ am Sonntag

«Erste Krankenkassen künden den Spitälern die Verträge»

Nach Lohnexzessen verfügt die Finanzmarktaufsicht: Krankenkassen dürfen nicht länger überrissene Arztrechnungen für zusatzversicherte Patienten bezahlen. Der Artikel in der NZZaS berichtet von verschiedenen Missbräuchen. So wurde im Sommer letzten Jahres bekannt, dass am Universitätsspital Zürich ein Chefarzt an mehreren Operationen gleichzeitig teilnahm. Ein anderer leitete lukrative Privatpatienten in die eigene Privatpraxis um. Diese Missstände sollen behoben werden. Tiefere Tarife bedeuten für die Krankenkassen tiefere Kosten und für die Versicherten wiederum tiefere Prämien.

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16. November 2020

FM1Today

«Hüftgelenke oder Kaiserschnitte: Das Kantonsspital St.Gallen ist teuer»

Das Ostschweizer Portal FM1Today deckt auf, dass das Kantonsspital St.Gallen den Krankenkassen für Zusatzversicherte besonders hohe Tarife verrechnet. Mehr als Doppelte kostet ein neues Hüftgelenk im Kantonsspital St.Gallen als in Chur oder Appenzell. Das gleiche gilt für einen Kaiserschnitt für Patienten, welche privat oder halbprivat versichert sind. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die medizinischen Leistungen wie die Operation mit allem, was dazu gehört, stets über die Grundversicherung gedeckt und bezahlt wird. Das Kantonsspital nahm auf Anfrage hin keine Stellung.

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10. November 2020

Medinside

«Soviel kostet ein Kaiserschnitt»

Auch für einen Kaiserschnitt verlangt das Kantonsspital St.Gallen für Zusatzversicherte mehr als vergleichbare Spitäler. Das Kantonsspital St.Gallen nahm auch zu diesem Artikel keine Stellung.

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4. November 2020

Medinside

«Warum ist das St.Galler Kantonsspital so viel teurer?»

Diese Frage stellt das Portal Medinside. Das Montieren eines künstlichen Hüftgelenks kostet im Kantonsspital St.Gallen mehr als das Doppelte als beispielsweise in Chur. So kostet die halbprivate Zusatzversicherung zusätzlich 12‘645 Franken. In Chur kostet der gleiche Eingriff gerade mal die Hälfte, nämlich 6‘115 Franken. Wohlgemerkt: Es sind dies die Tarife für Leistungen, die nicht bereits durch die Obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) abgegolten werden. Spitalpflege, operativer Eingriff, Operationssaal, Operateur, Anästhesist, Assistent, Implantate, Investitionen – all das wird durch die Grundversicherung separat bezahlt.

Weitere interessante Preisvergleiche gibt es im Artikel


10. September 2020

Medinside

«Innova kündigte 180 Spitälern den Vertrag»

Die Innova Krankenkasse hat sich auf Zusatzversicherungen spezialisiert und versichert Leistungen, die über die obligatorische Grundversicherung (OKP) hinausgehen. Sie ist deshalb besonders betroffen von überrissenen Rechnungen für privat und halbprivat Versicherte, wie sie in den letzten Jahren im Schweizer Gesundheitswesen immer wieder verrechnet werden. 

Weil verschiedene Spitäler überdurchschnittlich hohe Preise verrechnen, hat sie die Verträge mit 180 Spitälern aufgekündigt. Die Krankenkasse hat sich zum Ziel gesetzt, mit dieser Massnahme die Prämien ihrer Spitalzusatzversicherungen um bis zu 20% zu senken.

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